Wir hatten schon etliche Anfragen von Kunden die ihre Filme selber überspielen wollten. Eine moderne digitale Videokamera ist oft schon im Haus vorhanden. Nun, ein Laie denkt sich natürlich daß mit den neuen Videokameras mit Ihren vielen Automatikfunktionen auch das Abfilmen von Super8 oder Normal 8 funktioniert.

Es scheitert aber an folgenden Tatsachen:

Der Projektor ist mittlerweile schon an die 30 Jahre jung. Die letzten Filme sind vor 20 Jahren durchgelaufen. Nach einigem Suchen finden Sie den Projektor im Keller oder im Dachboden. Sie legen den ersten Film ein. Und der Projektor ist Hungrig. So Hungrig dass er gleich den ersten Film frisst den er bekommt. Und gleich noch eine neue Perforation in den Film stanzt. Da haben sich wohl einige Bestandteile der Schmierung verdünnisiert. Anscheinend sind nur die klebrigen Bestandteile geblieben. Macht nichts.
Die Räder drehen sich........
Ein Streitpunkt könnte die Geschwindigkeit sein. Die Kondensatoren der Motorelektronik leiden an akuter Austrocknung.
Aber die Räder drehen sich.......

Die Filme wurden mit 18, selten mit 24 Bildern pro Sekunde aufgenommen. Wurden die Batterien in der Kamera leer, war es vorbei mit genau 18 oder 24 Bildern. Die Filmgeschwindigkeit in der Kamera war halt nur so wie die Batterie.

Heutige Kameras arbeiten mit 50 Halbbildern oder 25 Vollbildern pro Sekunde. Die fehlenden Bilder (schwarz) pro Minute erzeugen dann das berüchtigte, Intensive Flackern.

Vergessen können Sie die Mattscheiben die im Handel angeboten werden. Egal welcher Hersteller, egal wie teuer. Sie werden nie die Schärfe bekommen wie im Originalfilm. Auch nicht mit Doppelter Mattscheibe. Das Bild wird immer an Schärfe verlieren und durch die schlechte Oberfläche stumpf wirken. Das selbe gilt in noch schlimmerer Form für Abfilmen von der Leinwand.

Wenn Sie es trotzdem versuchen, stoßen Sie automatisch auf das nächste Problem: Den Hotspot. Was ist das denn nun wieder? Die Lichtquelle im Projektor ist nunmal nicht optimal berechnet. Die Leuchtdichte an der Leuchtquellenoberseite in Strahlrichtung ist äußerst ungleichmäßig. Die Glühwendel in der Mitte erzeugt die größte Helligkeit und das wird dann auch nach dem Abfilmen ersichtlich. Ein heller, überbelichteter Fleck in der Bildmitte. Übrigens, beim Projizieren auf die Leinwand und "normalen" anschauen fällt der Hotspot nicht auf, da das menschliche Auge diese Helligkeitsunterschiede automatisch ausgleicht.
Pausen sind nicht drin, da die 150 Watt der Halogenlampe unerbittlich auf den Film strahlen. "Schweißperlen"  werden sichtbar. Und ihnen geht ein Licht auf. Nein, war nur der Film, die Leinwand strahlt so hell. Der Klügere gibt ja bekanntlich nach. Nun gehts ans Kleben. Wo war die Flasche mit dem Filmkleber nochmal? Wieso geht die S..... Flasche nicht auf. Die steht doch erst seit 20 Jahren herum. Wie nochmal schneiden? Schräg? Gerade? Abhobeln? Abschleifen? Pressen? Geschafft. Zurückspulen und nochmal von neuem. Kameraband zurück an den Anfang und nochmal das Ganze. Das wäre doch gelacht! Alte Erinnerungen werden wach. Man bekommt wieder Übung.

Wieso brechen die Filmklebestellen eigentlich immer im Gerät drin und nicht ausserhalb. Scheinbar ein unerforschtes Naturgesetz. Ein Fall für die Quirkologie......

Und wenn Ihnen der Hotspot noch egal ist, kommt schon die nächste Hürde auf dem Weg zur perfekten DVD:

Das Bild liegt schief oder ist verzerrt. Naja, es ist eben extrem schwer die Projektions und Höhenachsen von Kamera und Projektor anzugleichen. Übereinander? Untereinander? Nebeneinander? Außerdem in welchem Abstand stehen die Dinger denn zueinander?

Sollten Sie es bis hierher schon probiert haben, kommt natürlich noch eine kleine, aber nicht zu vernachlässigende Komponente: Der TON.
Um natürlich den Ton mit in die Kamera zu bekommen genügt nicht wirklich das eingebaute Mikrofon der Kamera. Nun gut, so ein Motorsurren bei leisen Passagen, oder das Rattern des Projektors im Hintergrund (je nach Zustand des Projektors vom leisen schnurren bis zum hämmernden Rattern) hat ja was von Nostalgie, aber auf der DVD macht sich nur der Ton von der Tonspur besser. Kaufen Sie daher bitte im Fachhandel teure Koppelelektronik und Dämpfungsglieder für Ihre Tonpegelanpassung. Zusätzlich ein Mischpult wäre perfekt. Ihre Kamera hat natürlich einen Eingang für externen Ton. Oder auch nicht. Vielleicht lieben Sie ja Brummschleifen. Oder das zarte pfeifen einer Akustischen Rückkopplung. Ein Interessanter Hintergrundton. Leider kann man seine Lautstärke nirgends regeln.

So, nun muss der Film nur noch vom Kameraband in den Computer. Sie haben in weiser voraussicht letztes Jahr einen neuen PC angeschafft und eine zweite Festplatte eingebaut. Mit der Schnittsoftware sind Sie natürlich auf Du und Du und beherrschen Sie aus dem FF. Ihre Kamera hat USB, AV, Klinke, Y/C oder IEE1394 und schickt die Daten in den PC. Hoppla, der Schnittstellentreiber war wohl der falsche, schnell ins Internet und den richtigen besorgen. Ruckizucki ist der Film drin und geschitten und soll nun verewigt werden. Bitte, was will das Programm da rendern? Hat das was mit Rand zu tun? Da der PC nur für Videoschnitt da ist, brauchen Sie während der vielen Renderstunden natürlich kein Internet und kein Email. Dafür haben Sie einen zweiten PC. Welche Rohlinge will der nochmal? Ist ein Rohling ein Rüpel oder was? CD, DVD, CD-R, CD-RW, DVD RAM, +R, -R, +RW, -RW, Single Side, Double Side? SuperVideoCD??
Egal, probieren geht über studieren. Irgendein Rohling passt sicher für meinen Brenner. Aber ob das dann auch passt?? Wem sind eigentlich diese vielen verschiedenen, untereinander inkompatiblen Formate eingefallen?

Hurra, gebrannt ists. Nun schnell ins Wonzimmer zum DVD Player. Kein Bild! Warum? Falsche Bitrate? Falscher Rohling? Keine Ahnung. Ob ich mit den Einstellungen im Brennprogramm falsch gelegen bin? Vielleicht wars die VBR? Also nochmal brennen. Aber was anders machen?

Wenn Sie trotz der oben beschriebenen Hindernisse selber beginnen Ihre Filme auf neue Medien zu bannen, viel Vergnügen. Aber sagen Sie nachher bitte nicht wir hätten Sie vorher nicht gewarnt. :-)
 

Es soll aber auch Menschen geben die Ihre Zeit lieber besser verwenden und solche Arbeiten uns überlassen.

Veranschlagen Sie das 5-10 fache der Spulenlaufzeit für die Produktion in Eigenregie. (im ernst)


(Achtung, Humor im Text versteckt.  Übrigens, Sie können gerne mit mir Kontakt aufnehmen)

C) Stefan Müller BIBAvision Digitalisierstudio

 

 

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